Jugendstrafrecht

Jugendstrafrecht ist sog. Sonderstrafrecht sowie Sonderstrafprozessrecht für Täter, die sich zum Tatzeitpunkt zwischen Kindheit und dem Erwachsenenalter befinden.

Vor Vollendung des 14. Lebensjahres sind Kinder gänzlich strafunmündig. Das allgemeine Strafrecht gilt für Erwachsene. Für den Zeitraum dazwischen ist das Jugendgerichtsgesetz anwendbar. Es ist bei Kindern im Alter zwischen 14 bis 17 Jahren immer anzuwenden.

Für 18-20 Jährige, sog. Heranwachsende sind einige Normen des Jugendstrafrechts anzuwenden. Bei der Anwendung zahlreicher Normen kommt es auf den Reifezustand des Heranwachsenden in Bezug auf die jeweilige Straftat an.

Die möglichen Sanktionen sind sehr unterschiedlich. §5 JGG unterscheidet drei Gruppen: Jugendstrafe, Zuchtmittel und Erziehungsmaßregel. Das Gericht hat bei der Auswahl der Zuchtmittel dasjenige zu wählen, das  für die Resozialisierung den größten Erfolg verspricht.

Oft ist bereits die Einleitung des Strafverfahrens bereits sehr effektiv, um dem Jugendlichen sein Fehlverhalten vor Augen zu führen und ihn von weiteren Straftaten abzuhalten. Das JGG bietet daher auch die Möglichkeit des Absehens von der Verfolgung (§45 JGG) sowie die Möglichkeit der Einstellung des Verfahrens (§47 JGG).

Verfahrensrechtlich weicht das Jugendgerichtsgesetz in zentralen Vorschriften von der der Strafprozessordnung ab. Im Übrigen findet die Strafprozessordnung Anwendung.

Für die Aburteilung sind Jugendgerichte zuständig. Hierfür werden Abteilungen bei den Amtsgerichten gebildet und Kammern bei den Landgerichten. Zudem gibt es im Strafrecht die Jugendgerichtshilfe, die in das Verfahren mit ihrer besonderen Sachkunde eingebunden ist.

Ob auf Sie das Jugendstrafrecht Anwendung findet, wird ihr Strafverteidiger Ihnen erläutern.